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Texte zum Buch
Cover
Cover: Ethnotourismus

TRUPP, Claudia / TRUPP, Alexander
Ethnotourismus
Interkulturelle Begegnung auf Augenhöhe?
176 Seiten Format 12 x 21
17.80 € | 30.90 Chf
ISBN: 978385476-318-5
lieferbar

TRUPP, Claudia / TRUPP, Alexander

Ethnotourismus
Interkulturelle Begegnung auf Augenhöhe?

Ethnotourismus ist jene spezifische Reiseform, die Touristen gezielt zu »fremden und ursprünglichen« Kulturen führt, wobei die lokale Bevölkerung selbst als Objekt des touristischen Interesses im Mittelpunkt steht. Dabei wird den Bereisten, seien es die Himba in Namibia, die Akha in Nordthailand oder die Alpenbewohner Österreichs, eine Exotik zugeschrieben, die die Sehnsüchte der Reisenden erwecken und vorprogrammierte Erwartungen erfüllen soll. Das Phänomen Ethnotourismus geht auf das Zeitalter der Ent deckungsreisen zurück, indem sich die exotischen Vorstellungen über »edle Wilde und Barbaren« vor allem durch Reiseberichte, Kunst und später auch durch die Fotografie verbreiteten. Von diesen Vorstellungen macht auch der moderne Ethnotourismus Gebrauch.
Das Buch setzt sich aufbauend auf theo retischer Literatur und empirischen Fallstudien mit dem Ethnotourismus, seinen Akteuren und unterschiedlichen Erscheinungsformen auseinander und analysiert das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen Reisenden, Bereisten und Tourismusindustrie. Anhand vorgestellter Fallstudien aus Lateinamerika, Afrika, Südost asien und Europa werden Themenbereiche wie Partizipation lokaler Bevölkerung, touristische Vermarktung, Konstruktion touristischer Räume sowie sozio-kulturelle und sozio-ökonomische Auswirkungen diskutiert. Auch in den Wissenschaften ist die Grenze zwischen Tourist und Forscher oft unschärfer als uns lieb ist. Und am Ende der Lektüre wird man sich noch einmal die Frage stellen, wer nun die Wilden im Ethnotourismus sind.


Ausführlich rezensiert von Jutka Smajdli in der Zeitschrift Kritische Ökologie Nr. 74, Bd. 25, des Instituts für angewandte Kulturforschung (ifak) in Göttingen. Erschienen im Juni 2010.


"Ethno-tourism" is a unique way of travelling. It specifically leads tourists to "alien" and "aboriginal" cultures (be it the Himba in Namibia, the Akha in Thailand or the people living in the austrian Alps) and spotlights the local inhabitants as objects of curious interest. In the process, the visited are shown as exotic as possible, to fulfill the expectations of the visitors.
This phenomenon goes back to the age of journeys of explorations where rumours about "noble savages and barbarians" spread through travel accounts, pictures and later photography.
The book is based on secondary literature as well as case studies from Latin America, Africa, Southeast Asia and Europe. It offers an analysis on the complex relationships between travellers, locals and the tourism industry. Points of discussion are the participation of the locals, marketing, the construction of secluded "tourist areas" and the socio-cultural and socio-economic impacts. Sometimes, even among scientists, the line between being an explorer and being a tourist, is a thin one. In the end a question comes up: Who are the savages in ethnotourism?